PERSÖNLICHE REFERENZPROJEKTE

PROJEKTSTEUERUNG BODEN- UND GRUNDWASSERSANIERUNG
ÖKOLOGISCHES GROßPROJEKT REGION ORANIENBURG
„EHEMALIGES STAHLWERK HENNIGSDORF, S/E-GELÄNDE“, KREIS OBERHAVEL, BRANDENBURG

Nördlich an Berlin angrenzend befindet sich in Hennigsdorf seit 1918 ein Stahlwerk. Nach der politischen Wende 1990 wurden zahlreiche Betriebsflächen nicht mehr benötigt, u.a. auch das südöstliche Gelände auf dem sich eine ehemalige Schwelgasanlage befand. Die Flächen wurden nach Abbruch der Aufbauten revitalisiert. Im Bereich um die Schwelgasanlage waren nach jahrzehntelangem Betrieb Bodenkontaminationen durch Leckagen der Anlage entstanden. Diese Kontaminationen gelangten in das nur wenige Meter unter der Oberfläche anstehende Grundwasser. Die ehemalige Anlage befindet sich im Einzugsgebiet des nahe gelegenen Trinkwasserwerkes Stolpe der Berliner Wasserbetriebe. Dies war so lange kein Problem, wie im Stahlwerk selbst Brauchwasserbrunnen betrieben wurden, da das kontaminierte Grundwasser durch diese Brunnen gefördert wurde. Nach deren Außerbetriebnahme bestand die Gefahr, dass die Trinkwasserversorgung gefährdet würde.

Der Schaden bestand aus einem „Cocktail“ verschiedener Schadstoffe (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, leicht über das Wasser transportierbare Alkylphenole, monoaromatische Kohlenwasserstoffe, wie z. B. Benzol).

Im Rahmen des von Bund und Land Brandenburg geförderten Ökologischen Großprojektes wurden seit 2001 die kontaminierten Fundamente und der stark verunreinigte Boden im Bereich der Schwelgasanlage zunächst entfernt. 2009 wurde die Sanierung durch eine Grundwassersanierung ergänzt.

Weiterhin musste die Schadstofffahne im Grundwasser in Richtung der Trinkwasserfassungen erkundet werden, um ggf. eine Sanierung einleiten zu können. Diese Arbeiten waren äußerst komplex, da die Fahne unterhalb von Flutungsflächen östlich des Oder-Havel-Kanals verlief und somit Bohrungen zur Erkundung des Schadens teilweise vom Ponton aus durchgeführt werden mussten.

Im Zeitraum 2003-2010 oblag die Steuerung des Erkundungs- und Sanierungsverfahrens dem Mitgründer der UCM GbR, Herrn Jens Kamischke. Die Erkundungs- und Sanierungsarbeiten mussten aufgrund der Gefährdung des Wasserwerkes teilweise parallel bearbeitet und ausgewertet werden.

Sanierung der Schadensquelle Bodensanierung auf dem ehemaligen Stahlwerksgelände


BAULEITUNG IM RAHMEN EINER BODENSANIERUNG
EHEMALIGES KRAFTWERK OFFLEBEN, LANDKREIS HELMSTEDT, NIEDERSACHSEN

An der Grenze zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt befindet sich das Helmstedter Braunkohlenrevier. Seit 1795 wird hier Braunkohle, zunächst im Tiefbau, seit 1874 in verschiedenen Tagebauen gefördert. Auf dem Gelände eines 1936 betriebenen Schwelwerkes wurde seit 1954 ein Kraftwerk errichtet, das ab der Stilllegung des Schwelwerkes 1967 auch über den Fundamenten der Altanlagen erweitert wurde.

2002 wurde das Kraftwerk stillgelegt und im Zeitraum 2006-2011 abgerissen. Von Juli 2012 bis März 2013 erfolgte die Sanierung von schädlichen Bodenkontaminationen. Nach intensiver jahrelanger Vorerkundung wurden von den Sachverständigen insgesamt sechs Kontaminationsbereiche für eine Sanierung festgelegt. Problematisch war, dass in der Erkundungsphase mindestens zwei Fundament-Generationen (Kraftwerk über Schwelwerk) zu durchdringen waren, neben und unter denen sich der kontaminierte Boden befand. So konnte zu Beginn der Sanierung der jeweilige Kontaminationsbereich nicht komplett eingegrenzt werden. Durch die E.ON New Build & Technology GmbH wurde Herr Jens Kamischke mit der Oberbauleitung und örtlichen Bauüberwachung beauftragt. Aufgabe war die Anleitung und Kontrolle des ausführenden Bauunternehmens. Dabei musste ständig überwacht werden, in wie weit sich Bodenkontaminationen ggf. bis außerhalb der festgelegten Sanierungsbereiche erstreckten oder innerhalb der Bereich unkontaminierter Boden angetroffen wurde, der nicht saniert werden musste. Weiterhin musste der zu entsorgende Boden und Bauschutt nach Kontaminationsklassen eingestuft werden und die Entsorgung entsprechend dieser Klassen in die Wege geleitet werden.

Insgesamt wurden ca. 150.000t Boden und Bauschutt ausgehoben, von denen 80.000t zu externen Entsorgungsanlagen in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt verbracht wurden. Neben der schnellstmöglichen Entsorgung musste auch die jeweils kostengünstigste Variante herausgefunden werden. Dies erfolgte durch Beprobung von Boden und Bauschutt jeweils aller 500 m³ durch die örtliche Bauüberwachung, die auch die Analytik koordinieren und auszuwerten hatte.

Der Aushub von Boden erfolgte bis in eine Tiefe von knapp 10m unter Gelände. Die Aushubbereiche wurden anschließend wieder mit unkontaminiertem Boden aus dem Aushub, zugefahrenem Füllboden bzw. Bauschuttrecycling aus dem Kraftwerksabriss und dem Abbruch der Fundamente während der Bodensanierung verdichtet wieder eingebaut, so dass eine spätere landwirtschaftliche oder gewerbliche Nutzung erfolgen kann. Gegenwärtig wird im östlichen Teil des ehemaligen Kraftwerkes ein Solarkraftwerk errichtet, das im Mai 2013 an das Stromnetz gehen soll.

Verladung von kontaminiertem Bauschutt
aus dem Bereitstellungslager
Tiefenenttrümmerung und Aushubarbeiten


PLANUNG UND ÜBERWACHUNG DER SANIERUNG EINES KOMPLEXEN GRUNDWASSERSCHADENS
EHEMALIGES WESTFALIA-BECORIT GELÄNDE, CASTROP-RAUXEL, NORDRHEIN-WESTFALEN

Seit 1872 wird in Rauxel das Gelände des heutigen Mittelstandsparkes West Castrop-Rauxel wirtschaftlich genutzt. Zunächst wurde mit Victor I ein Steinkohlenbergwerk betrieben, das ab 1888 durch den Schacht Victor II und eine Kokerei ergänzt wurde.

1934 wurde aufgrund der Steinkohlenförderung in Victor I/II westlich angrenzend die heutigen Rütgers-Werke in Betrieb genommen. Nach umfangreichen Bombardements musste die Kokerei 1945 geschlossen werden. 1955 wurde die Kohleförderung auf Victor I/II eingestellt. Das Gelände wurde als Metall verarbeitender Standort in den 1990er Jahren genutzt. Ab 2004 begann die Revitalisierung zum Mittelstandspark West Castrop-Rauxel. Dazu wurden fast alle auf dem Gelände verbliebenen Gebäude bis rückgebaut und weitestgehend tiefenenttrümmert. Im Nordosten wurde ein Teilbereich versiegelt, um zu verhindern, dass die, durch die Kokerei entstandenen Bodenkontaminationen nicht in das Grundwasser gelangen.

Im Vorfeld der Revitalisierung wurden umfangreiche Boden- und Grundwassererkundungen durchgeführt und mit der Unteren Bodenschutzbehörde beim Kreis Recklinghausen eine Sanierungsvereinbarung getroffen. Herr Jens Kamischke wurde mit der Projektleitung der Grundwassersanierung am Standort betraut. Die kokereitypischen Schadstoffe PAK, BTEX, Phenole und MKW waren zu sanieren. Dazu wurde im Zeitraum 2004–2010 für eine konventionelle pump-and-treat-Strippanlage betrieben, bei der kontaminiertes Grundwasser gefördert und in Strippkolonnen so stark belüftet wird, dass die Schadstoffe in die Luft übergehen. Die kontaminierte Luft wird dann über Aktivkohle geleitet und gereinigt. Das nur noch schwach kontaminierte Wasser wird ebenfalls über Aktivkohle geleitet und gereinigt, bevor es in die Abwasserkanalisation abgeschlagen wurde.

Der „Umweg“ der Schadstoffe über die Luftaktivkohle wird aufgrund der um ein Vielfaches höheren Aufnahmekapazität von Aktivkohle im Kontakt mit Luft gegenüber dem Kontakt mit Wasser gewählt, der das Verfahren dadurch wirtschaftlicher als die direkte Ableitung über Wasseraktivkohle macht. Es wurden mehrere Tonnen Schadstoffe aus dem Grundwasser entfernt.

Ein zweiter Grundwasserschaden, der durch die nach 1945 auf dem Standort betriebene Metallverarbeitung entstanden war, wurde mit einem 2008 erst zum zweiten Mal in der Praxis in Deutschland angewendeten sog. „in-situ-Verfahren“ saniert. Dabei wurde das mit leichtflüchtigen halogenierten Kohlenwasserstoffen belastete Grundwasser im Boden mit einem Oxidationsmittel so stark angereichert, dass sich die Schadstoffe aerob in CO², Cl‾ und Wasser zersetzt wurden. Das Verfahren konnte in vergleichsweiser kurzer Zeit realisiert, da unter Berücksichtigung der weiteren Wasserinhaltsstoffe die richtige Dosierung und damit das Problem des „Reboundeffektes“, ein schneller Wiederanstieg der Schadstoffkonzentrationen, beherrscht wurden. Die Grundwassersanierung wird gegenwärtig als überwachter natürlicher Schadstoffabbau weitergeführt. In der letztgenannten Sanierung war Herr Kamischke 2008-2010 als Projektbearbeiter tätig.

Fräsbagger zur Schadstoffminimierung Teerölschaden im Grundwasser


PLANUNG UND DURCHFÜHRUNG DER SANIERUNG VON ZWEI BEWERGWERKSTANDORTEN
EHEMALIGE BRAUNKOHLENTAGEBAUE OLBERSDORF UND BERZDORF, OBERLAUSITZ, SACHSEN

Von 1909-1991 wurde im Tagebau Olbersdorf, von 1835-1997 im Tagebau Berzdorf Braunkohle im Oberlausitzer Braunkohlenrevier gefördert. Nach Einstellung des Bergbaus mussten die Tagesanlagen und Montageplätze im Tagebau saniert werden. Zielstellung für die Sanierung im Tagebau Olbersdorf war die Umwandlung des Sanierungsgeländes in das Gelände der ersten Sächsischen Landesgartenschau Zittau 1999. Herr Kamischke und Herr Schulte waren als Projektleiter der Bodensanierungsmaßnahmen durch die LMBV beauftragt worden. Die Arbeiten erstreckten sich bis 1999 (Olbersdorf) bzw. 2001 (Berzdorf). Zahlreiche Gebäude und kontaminationsverdächtige Bodenbereiche wurden zunächst in ein Schadstoffkataster aufgenommen, auf dessen Grundlage danach der Rückbau und die Sanierung der Flächen erfolgen konnten. Die Maßnahmen standenunter Zeitdruck nicht nur hinsichtlich der geplanten Nachnutzung, sondern auch, da für einige Flächen durch den Grundwasserwiederanstieg nach Einstellung der Grundwasserförderung, nur ein begrenztes Zeitfenster für die Sanierung zur Verfügung stand. Letztendlich konnte die Sanierung in beiden Tagebauen erfolgreich und ohne Zeitverzögerung abgeschlossen werden.

Tiefenenttrümmerung belasteter Fundamente Großräumige Beseitigung eines Schadensherdes